Dienstag, 7. April 2009

Chère Couloir - Mt.Blanc du Tacul

Heute stand noch eine schnelle Begrüßungstour auf dem Plan.

Nachdem wir heute erst anreisten kamen wir etwas später oben an, die Midi- Station war zur Begrüßung schon schön in Wolken gehüllt.
Im Teils dichten Nebel queren wir unter den Wandfuß.


Schlussendlich steigen wir um 16.00 bei immer besser werdenden Wetter ein. Das Einstiegsfirnfeld ist schnell überquer und bereits in der ersten SL lacht uns die Sonne entgegen.


Die nächste SL erlaubt auch etwas Felskontakt, jedoch nicht allzuschweres Gelände. Blöderweise verwerfe ich hier ein Eisgerät- also wird noch einmal runtergeseilt zum Einstieg und frisch bewaffnet geht es weiter.


Christian im nun etwas steilern Eis, allerdings ist dies dermaßen ausgeschlagen, dass das Hochklettern beinahe Treppensteigen ähnelt.


Das Eis legt sich jedoch auch gleich wieder zurück.


Ehe eine weitere kleine Steilstufe aufwartet, aufgrund der guten Bedingungen bereitet das höhersteigen richtigen Genuss.


Oben ziehen wir noch eine Seillänge in immer flacher werdenenden Gelände hinaus.


Ehe wir nach 6 Seillängen am Ende der Hauptschwierigkeiten nach unten fahren.



Abstieg über das Einstiegsfirnfeld mit Rückblick in das Chère Couloir.


Nach ungefähr 2 Stunden befinden wir uns bereits wieder am Einstieg, die Midi-Station ist inzwischen auch frei.



Nun folgt noch ein Anstieg auf die Cosmique Hütte wo wir die Nacht verbringen.


Die Stände befanden sich eigentlich allesamt im Fels und waren bereits angebracht und großteils abseiltauglich eingerichtet. Ansonsten ist eine gute Absicherung mit Eisschrauben möglich

Samstag, 31. Januar 2009

Atlantis

Heute war wieder einmal Eisklettern mit Roland angesagt.
Da er letzte Nacht nicht zum schlafen kam und dies heuer ohnehin sein erster Fall werden sollte entschieden wir uns für Atlantis(100m/ WI4).

Unten geht es sehr gemütlich an, die oberen 50m sind dann ganz nett zu klettern.
Zu Beginn der 2.SL, die bereits ganz nette Einlagen hatte:


Die schönen Ausstiegsmeter:




Und Roland ist auch schon wieder hier:





Da es erst kürzlich geschnieben hat ist die ganze Szenerie recht nett.



Im Anschluss begeben wir uns ein Stück weiter unten noch in einen kleinen Fall direkt neben der Straße.
Erste SL WI3, danach findet man einen wirklich großen Standplatz der diesen Namen auch verdient hat, von dort aus klettern wir noch ein paar mal auf und ab( harte WI4) bis Roland endgültig vom Schlaf übermannt wird, wir unsere Sachen packen und nach Hause fahren.

Das Eis steht im Moment eigentlich überall noch recht gut...

Samstag, 27. Dezember 2008

Hundswand - Highway

Heute wollen wir zwei Christians einmal eine Winterbegehung im Hochschwab machen. Nachdem ich mit reichlicher Verspätung aufgrund eines kräftigen Verfahrens endlich ankomme machen wir uns vom Bodenbauer aus schnell auf den Weg unter die Hundswand.

Nach etwas Überlegen fällt die Wahl schlussendlich auf den Highway, es liegt doch einiges an Schnee auf den Platten und für den Adlerriss ist die Zeit wohl schon etwas zu fortgeschritten. So steigen wir während tief winterlichem Schneefall schnell über den kleinen Vorbei zum Einsteig auf.



Christian steigt auch schon in die erste Länge ein, mit den schweren Bergschuhen gestaltet sich das klettern auf den Platten als gar nicht so einfach. Zumindest lässt sich der äußerst trockene Schnee schön von den Griffen wegblasen, er staubt regelrecht nur so auf. Teils mit etwas Hakenunterstützung teils frei steigt Christian die Länge souverän vor.



Schon bald ist die Reihe an mir, nun gut die Kletterei gestaltet sich wirklich als recht spannend und meine Finger hatten es auch schon öfters wärmer aber was hilfts, muss schon gehen.
Nach der anstrengenden ersten Seillänge finde ich mich auch schon unter der traumhaften Rissverschneidung. Daunenjacke und Rucksack dem Nachsteiger überlassen und schnell weiterklettern ehe man zuviel auskühlt.



Trotz der erschwerten Umstände gestaltet sich diese Länge als ausgesprochen schön. Im oberen Teil ist der Riss innen allerdings mit einer schönen Eissicht überzogen was sämtliche Griffe mehr oder weniger unbrauchbar macht. Doch mit einer Bandschlinge für den Fuß und etwas Haken langen ist auch diese Stelle bald überwunden und ich kann Stand beziehen.







Die nächste Länge ist noch einmal super anstrengend. Christian spart sich den Einstieg in die Platte und nimmt stattdessen meinen Oberschenkel als Tritt her ehe es langsam aber sicher immer mehr zur Sache geht. Nachdem Plattenklettern mit steigeisenfesten Schuhen doch kein richtig großes Vergnügen bereitet muss er eine kleine Umgehung machen kommt aber gut zum nächsten Stand, diese SL beschert mir durchaus auch im Nachstieg einen schönen Kampf.



Nachdem ich nun über eine eigentlich leichte Länge, welche jedoch bei den heutigen Bedingungen auch nicht unterschätzt werden soll und so durchaus vorsichtig von mir angegangen wird, Stand unter dem Dach zu Beginn des eigentlichen Querganges beziehe ist es endlich einmal an der Zeit in die Kletterschuhe zu wechseln. Durch das Dach ist der ganze Hangelquergang gut vom Schneefall geschützt.



Deswegen lässt sich endlich wieder einmal etwas flotter klettern, einzig die Finger sind immer noch ein wenig kalt aber ansonsten ist alles bestens.





Kurz vorm Überstieg des Adlerrisses stellen sich mir noch einige gemeine Eiszapfen in den Weg die ich zuerst Stück für Stück runterschlagen muss. Die Ausgesetztheit ist wirklich toll, und die Zapfen fliegen so auch ohne viel Wandberührung bis zum Wandfuß.
Nachdem der Eisvorhang abgeräumt ist kann ich meinen Weiterweg endlich wieder fortsetzten.
Für die nun bereits letzte Länge werden die Kletterschuhe wieder in den Rucksack verstaut und es wird auf großes klobiges Schuhwerk zurückgegriffen. In dieser Länge wird einem aber trotzdem nichts geschenkt, leicht abkletternd quert man weiter nach rechts. Vor allem eine kleine Platte welche ansonsten wohl schnell präsentieren zu müssen und überzog sich so mit einer satten Eisglasur.
Christian hatte allerdings eine super Lösung für dieses Problem auf Lager. In ein dreckiges Erdloch über der Platte gefasst, auf den Bauch gelegt und runtergerutscht bis die Hand in erwähntem Griff völlig durchgestreckt war, nun nach rechts einen alten Schlaghaken zur Stabilisierung angefasst und einfach am Bauch solange weiterrutschen lassen bis man schlussendlich wieder im Schnee steht – wirklich noch ein nettes Abschiedsgeschenk!
Schlussendlich erreichen wir den Abseilstand von welchem aus wir mit zweimal 60m wieder bis hinunter abfahren.




War also wiedereinmal eine wirklich interessante wenngleich auch eher kühle Angelegenheit, und im Nachhinein betrachtet auf jeden Fall wieder ein lässiges Erlebnis. Im Winter wird einer im Sommer eher gemütlichen Kletterei eben doch immer wieder kräftig Würze verliehen.

Infos:
Schwierigkeit: 7-, 200m
Absicherung eigentlich recht dicht, in den leichten Länge aber dennoch nicht übersichert, wo es zum Klettern ist aber wirklich gutmütige Hakenabstände.
Vor allem der Hangelquergang unter dem Dach bietet super Fotomaterial und sieht wirklich stark aus

Sonntag, 2. November 2008

Rote Wand - Rupertina

Heute wollten wir noch schnell den schönen Herbsttag nutzen und ein wenig im Grazer Bergland klettern gehn.
Nachdem in der von uns geplanten Route, der Elk Meadows bereits mehrere Seilschaften waren, die ohnehin nicht unbedingt den schnellsten Eindruck machten beschlossen wir nach ein wenig überlegen die Rupertina zu gehen.

Bei bestem Herbstwetter steigen wir in die Einstiegsplatte ein.


Die ersten Seillängen bieten recht gemütliches Gelände zum warmwerden, danach geht es über eine etwas gesuchte Plattenlänge zum Band in Wandmitte.
Das Wetter erlaubt sogar nochmals oben-ohne-Kletterei


Ab hier wird die Kletterei wirklich durchwegs sehr schön, die Wand steilt endlich auf und es bieten sich wirklich schöne Kletterstellen in gutem Fels.
Vor allem die erste 7- Länge bietet einiges. Langsam quert man in eine überraschend schöne Rissverschneidung von welcher es recht diffizil noch ein paar Meter zum Stand raus geht.
Gerhard in der ersten Schlüsselstelle:


Nun kam es mit den inzwischen eingeholten Seilschaften der Elk-meadows etwas zu Überschneidungen, da sich die beiden Routen 6 Klettermeter teilen.


Dieser Stau war jedoch auch bald hinter uns gelassen ehe ich mich unter der wunderschönen Ausstiegslänge wiederfand.
In dieser geht es nach einem kleinen Quergang über eine wirklich schöne steile Platte intressant nach oben, ehe es dann über leichteres Gelände zum Ausstiegsplateau geht.

Infos:
Schwierigkeit: 7-, 250m
Absicherung GrazerBergland-typisch, also gerade in den Schlüsselstellen sehr dicht gebohrt.
Ansonsten vor allem im oberen Teil eine wirklich nette kletterei welche sich schön konstant im 6. Grad bewegt.

Samstag, 30. August 2008

Dachl Diagonale

Dieses Wochende stand die Sanierung der Dachl Diagonale an.
Ich stieg alles im Vorstieg während David jeweils im Nachstieg sämtliche Haken setzte und die Diagonale einmal wieder ordentlich durchputzte.
Im Allgemeinen gestaltete sich die Kletterei als recht anstrengend, vor allem die Tatsache dass ich einen Rucksack zu tragen hatte machte die Sache nicht unbedingt angenehmer.
Insgesamt waren wir 14 Stunden unterwegs, und kamen schlussendlich doch ziemlich geschlaucht auf der Haindlkarhütte wieder an.

Nun folgend ein paar Impresionen der Sanierung.

David bei Bohrarbeiten am Plattenpanzer:


Beim Versetzen des Standplatzes nach der 2. SL:


Beim Arbeiten im Diagonalriss:


schöner Tiefblick:


wohlverdiente Pause nach den beiden Diagonalrisslängen:


Rückblick zum Fußballplatzerl nach überwindung der letzten Schlüssellänge:


Beim Abstieg samt genialer Wolkenstimmung:


Nach der Sanierung kann man nun mit folgenden Facts aufwarten:

Infos:
Schwierigkeit: 7+ / 630hm
Im Zustieg wurden bei der Steilstufe unterhalb der Lärche 5m Fixseil montiert.
Sämtliche Stände sind nun mit 2 BH ausgestattet. In den leichteren Längen stecken im Schnitt 2-3 BH / Länge.
In den 3  7+ Längen stecken je ungefähr 5 BH.
Dazwischen findet sicher allerdings noch genug altes Material um das ganze auch technisch zu bewältigen. Mobile Sicherungsmittel können kaum gebraucht werden, sinnvoller ist es Hammer + Haken mitzuführen wenn man auf Nummer sicher gehen will.
Die Schwierigkeit ist sehr anhaltend und die Tour hängt fast durchgehend über.
Freikletterversuche können nun jedoch vollkommen sicher unternommen werden.
Ich würde zur mitnahme von etwa 12/13 Expressen raten, wobei man in den Diagonalrisslängen sicherlich 20 Stück benötigen würde möchte man sämtliche Haken klinken(ist aber nicht wirklich nötig).

Samstag, 16. August 2008

Tete d 'Aval - Don de l' Aigle

Nachdem uns bereits zwei Tage zuvor der grandiose Fels unter dem großen Dach am Tete d'Aval aufgefallen war beschießen wir heute uns auf einer der leichteren Führen dieses Wandteiles den Weg zu suchen.
Nach einem Frühstück bei eisigen 2°C fahren wir wieder einmal zum Fuße des Berges.

Wir beschließen die ersten Seillängen auszusparen da hier doch einige Stellen im 8. Grad auf sich warten lassen und die ersten Seillängen durchaus  noch mit ziemlich fragewürdigen Bolts ausgestattet sind.
So umgehen wir die ersten 5. SL und steigen schräg auf dem mit Fixseilen versicherten Band nach oben.

Als Einstiegsvariante wählen wir einen äußerst schönen Riss der sich nach oben hin immer mehr öffnet aber wirklich ausgezeichnete Kletterei im oberen 6. Grad bietet.




Nach einigen Metern schöner Handrisskletterei geht es in eleganter Piaztechnik weiter nach oben.



Nachdem die Schlüsselseillänge(7a) überwunden ist, neigt sich die Wand zu unserem Glück wieder leicht.
Allerdings geht es doch konstant im Bereich von 6b/+  dahin



Die Kletterei gestaltet sich großteils als steile Wandkletterei, teils kleingriffig, allerdings in bestem rauhen wasserzerfressenen Kalk. Wenngleich dies auch etwas auf Kosten der Fingerspitzen geht ist es trotzdem sehr ansprechend.



Nun stellt sich heraus dass man sich im glatten 7. UIAA- Grad doch recht wohl fühlen sollte. Die Runouts werden zunehmend größer und da in den kompakten Platten ohnehin nichts gelegt werden kann sollte man dann doch auch einmal 10m über dem letzten Haken kühle Nerven zeigen können.
Sogesehen ist jeder Stand wieder eine willkommene Erleichterung. Wie auf folgendem Bild zu sehen werden immer wieder äußerst interessante Bewungsabläufe gefragt.



Mit zunehmender Höhe gestalten sich auch die Tiefblicke immer beeindruckender.



Schlussendlich wird auch das große Dach erreicht, welches überraschend einfach ebenfalls im 7.- UIAA Grad überwunden werden kann.
Von oben bietet sich eine traumhafte Fotoposition auf den darunterliegenden Wandteil



Ehe nun anhand von äußerst gut brauchbaren Unter- und Seitgriffen durch das Dach geturnt werden kann, in welchem auch die Absicherung wieder sehr dicht ist und somit sogar ein technisches Durchkommen ermöglicht wird.



Oben angekommen machen wir uns wieder auf der altbekannten Abseilpist auf den Weg nach unten.

Infos:
Super Kletterei in wirklich bestem Felsen, vom Gesamtambiente allerdings nicht ganz so beeindruckend wie die Les Elfes.
Schwierigkeiten: 7a(mit unserem Einstieg 1Sl, ansonsten 3SL) oder 6b+/ A0, konstant 6b, dies auch absolut obligatorisch- vor allem sind wirklich kräftige Runouts darin zu erwarten.
Länge: Mit unserem Einstieg 7SL von ganz unten sind es 12SL.

Rückzug jederzeit möglich, da man ziemlich gerade nach oben klettert. Die Abseilpiste zieht wie gehabt recht luftig nach unten und ist auf 50m eingerichtet.

Donnerstag, 14. August 2008

Tete d 'Aval - Les Elfes

Da uns die Routen rund um den Campingplatz in Ailfroid etwas zu überfüllt sind haben David und ich beschlossen einmal den Tete d 'Aval zu begutachten. Über die Les Elfes, einer der längeren Touren an diesem Berg wollen wir bis auf den Hauptgipfel steigen.
Schon während der Zufahrt präsentiert sich der Berg in sanften Morgenlicht



Die ersten Seillängen führen durch dolomitiges Gestein in nicht immer ganz festen Zustand unter den eigentlichen Gipfelpfeiler.





Von hier an geht es durch wirklich aller besten Fels recht konstant in schöner Wandkletterei nach oben.



Unentwegt machen sich auch wirklich schöne Tiefblicke auf. Der Fels ist super steil und griffig.



Hier ein Rückblick in die Schlüsselseillänge(7a+) wobei wir diese ganz gut als 6a/b A0 machen konnten, ansonsten wäre es uns wohl auch etwas zu heftig geworden.



Nach 10 Seillängen sind nun die Hauptschwierigkeiten hinter uns, allerdings warten noch weiter 12 SL auf uns. Da sich jedoch schlechtes Wetter nähert und der Wind doch schon recht kräftig aufzieht beschließen wir aufgrund mangelnder Rückzugsmöglichkeiten im obern Teil einen Notausstieg auf ein Band welches den Berg in der Mitte durchzieht.
Dieser Ausstieg führt durch eine recht knackige überhängende Verschneidung im splittrigen Felsen, so bin ich ganz froh auch ein paar alte Haken zu finden in die man mal reinlangen kann.



Über das Band geht es hinüber zur Abseilstelle.



Und von dieser typisch französisch recht luftig nach unten.



Während der Abseilfahrt entdecken wir noch einmal grandiosen Felsen unter uns. Wir sind uns einig das Topo checken zu müssen um uns eine gangbare Route durch diesen wirklich wunderschön scharfen wasserzerfressenen Wandteil zu suchen.
Aber das ist eine andere Geschichte.

Infos:
Schöne Kletterei in einem wirklich netten Ambiente. Anfangs nicht ganz fester Fels, nach oben hin jedoch wirklich beste Felsqualität.
Schwierigkeiten 7a+(eine SL) oder 6a/b A0, wobei 6a+ doch recht konstant zu klettern ist.
Die Tour ist eigentlich ganz gut eingerichtet wenngleich auch Bohrhaken etwas älteren Baujahres zu finden sind.
Die Gesamtlänge beträgt 22 SL wobei nach 10SL ein von uns gewählter Ausstieg möglich ist.
Ansonsten sind Rückzüge aufgrund von Quergänge etwas schwer durchzuführen.

Der Abstieg erfolgt durch eine auf 50m eingerichtete Abseilpiste welche recht luftig direkt nach unten zieht.