Freitag, 13. April 2012

Back to Climbing

Nachdem die Schisaison bedingt durch eine besonders gemeine Rippenprellung für mich heuer quasi ausfiel war nach meiner Genesung wieder richtig motiviert zum Klettern um meine Form rasch wiederzufinden.
Gleich am ersten Tag konnte ich die Hosenscheisser Charlie (7b) wieder einmal klettern, die Ausdauer war noch im Keller, aber insgesamt war ich mit meiner Einstiegsleistung schon wieder sehr zufrieden.

Nach einigen Besuchen an der Weißen Wand ging auch die Ausdauer wieder nach oben. Es sollte sich so ergeben, dass die Arena heuer viel von uns aufgesucht wurde.
Mit einem schnellen Durchstieg der Ultracool(7b+) konnte ich gleich einmal eine uralte Rechnung begleichen.
Da ich gerade bei alten Rechnungen war kam mir die Idee die Down Under(7c/+) in der hinteren Arena einmal wieder zu versuchen. Ich war vor 2 und vor 1 Jahr jeweils einen Tag in der Tour, versuchte sie aber nie ernsthaft.
Die ersten Versuche verliefen sehr vielversprechend und so glaubte ich an einen schnellen Erfolg. However ganz so schnell ging es dann doch nicht, es gab immer wieder einen kleinen Fehler der dazu führte, dass ich mich überrascht im Seil hängend fand.


Mein kleiner Finger war von den spitzen Griffen schon lange durchgeklettert ehe ich in von einem wirklich guten Sinter rutschte und mir dabei einen gehörigen Flapper holte.


Ganz wollte ich den Tag noch nicht sein lassen und versuchte es so mit zwei zugetapten Fingern und dem Versuch meinen Schmerzreiz zu unterdrücken noch weiter - nur um noch höher mit einer zusätlichen durchgekletterten Fingerspitze erneut abzufliegen.

Ein paar Mehrseillängentouren sorgten für eine wilkommene Ablenkung. An einem etwas eigenartigen Tag - ich fühlte mich völlig niedergeschlagen und durch den Wind wollten wir beinahe schon nach dem Aufwärmen unsere Sachen packen um in den Park zu fahren. Ich beschloss aber dann doch zumindest einen Versuch starten zu wollen.
Ohne irgendeiner Erwartung kletterte ich los - Zug an Zug reihten sich aneinander und auf einmal rückte der Durchstieg auch schon in greifbare Nähe. Noch einmal kurz konzentrieren ein paar weite Züge an gute Griffe und schon konnte ich auch das Top klippen.
Anbei gibt es zur Abwechslung auch einmal ein Video aus der Tour:

Down Under from Christian Knoll on Vimeo.

Freitag, 13. Januar 2012

2* 1/2 = 1

Lange ists her, dass es hier einen Bericht gegeben hat. Daher gibt es mal wieder einen Rückblick auf
zwei eher abenteuerliche Ausflüge im Hochschwab von letztem Jahr.
Was den Titel betrifft - nunja es war Chri und mir in beiden Touren verwehrt die obere Hälfte der Tour zu klettern, bzw. zu finden, dennoch ergaben sich einige spannende Seillängen.

Angefangen hat es mit dem Rawazzerweg(21.Aug) am Rabenstein:
Nachdem wir den recht mühsamen Zustieg durchs Unterholz überwunden haben finden wir uns bei leichtem Nebel am Einstieg. Die erste Länge wurde im Zug des Klettergartens saniert und so lässt sie sich entspannt frei klettern, wenngleich man sich doch recht anhalten muss.




Nichtsdesto trotz eine grandiose Verschneidungslänge die uns in nun hakenärmeres Gelände führt.
Die folgende kurze Länge klettert sich recht entspannt ehe ich mich in der dritten Länge im senkrechten Bruch wiederfinde. An sich nicht so schwer stellt sich die diffizile Kletterei in Kombination mit der kaum vorhanden Absicherung schon recht anspruchsvoll heraus.
Vom eher schlechten Stand geht es nach links in der etwas bedrängenden Verschneidung weiter. Die Kletterei lässt sich jedoch recht gut absichern und auch der ein oder andre Schlaghaken wartet am Weg. Die ehemalige A1 Stelle lässt sich in überraschend einfach in freier Kletterei überwinden und so finden wir uns auch schon am großen Band in Wandmitte.
Das Problem war nur, dass der weiterweg alles andere als logisch ist. Nachdem Chri einfach mal eine Länge ins Blaue klettert und Stand baut weist sich noch immer kein logischer Weiterweg. Mit unserer begrenzten Anzahl an Haken ist es auch nicht angebracht in unbekanntes Neuland zu klettern. Also seilen wir auf das Band ab, wo wir rausqueren können und durch den Steilwald zurück zum Einstieg gelangen.

Einige Wochen später, wieder eine alte Technotour, wieder wenig Info, die Geschichte wiederholt sich...diesmal am Gr. Beilstein im "Hans Chval Kremslehner Gedächtnisweg", gleich links vom "Weg durch das Fischstäbchen":
Eine schöne Risslinie zieht schräg durch die ganze Wand.Die erste Länge lässt einen gleich einmal wach werden. Die Absicherung ist quantitativ ok, von guter Qualität jedoch weit entfernt. Dafür ist die Kletterei steiler als erwartet und der Fels alles andere als fest. Abgesehen von einer Schlinge in die ich zur Beruhigung meiner Nerven zum klippen fasse geht dennoch alles frei.



Weiter geht es in anspruchsvoller Risskleterei, die sich im Nachstieg halbwegs entspannt klettert. Der Fels zeigt sich jedoch weiterhin von seiner splittrigen Seite.


Nun fällt der Vorstieg wieder an mich. Zu Beginn wartet hier einmal richtig gute Kletterei auf. Am eigentlichen Stand klettere ich vorbei und direkt in den steilen Wulst hinein.

Spätestens hier muss ich sämtliche Freikletterambitionen über Board werfen und hangle mich von Schlaghaken zu schlaghaken. Mein Material ist schon mehr als aufgebraucht, also hoffe ich den Stand über dem Wulst zu finden.


Ich lasse mich kurz nach außen um zu sehen wie es weitergeht, da kommt mir auch schon der Haken entgegen, ein kurzer Ruck und auch der nächste Haken ist gezupft ehe ich schließlich ein paar Meter tiefer hänge.
Nachdem der erste Schrecken überwunden ist pendle ich zurück zur Linie und beziehe bei einer kleinen Hakenansammlung meinen Stand.
Nun darf sich Chri über den Wulst machen, der fehlende Haken wird mit einem Hook ersetzt und an anderen lustigen Kreationen geht es weiter hoch.



Eine einfacher Zwischenlänge führt zum gemeinsamen Stand mit dem "Weg durchs Fisschtäbchen", dessen letzte Länge uns auf das Grasband führt. Ein paar Bolts zum klippen sind auch wieder einmal willkommen.


Nun beginnt die wahre Odyssee. Nachdem wir nach links gequert sind tappen wir völlig im Dunklen wo es nun tatsächlich rauf geht. Die im Führer erwähnten Haken kann man nirgends sehen, und generell sieht das ganze Gelände nicht besonders einladend aus.


Nach einigem Hin und Her beginne ich in die für uns logischte Linie zu Klettern. Nicht ganz flach geht es durch den schlimmsten Bruch den ich mir vorstellen kann nach oben. Ganz behutsam taste ich mich nach oben. Als ich schließlich einen Blick auf die nächste Länge werfen kann, diese wiederum nicht besonders einladend ist, die Zeit schon etwas fortgeschritten ist und meine Nerven auch schon ein wenig aufgebraucht sind beschließen wir den Rückzug. Ich hämmere drei mäßige Schlaghaken in den Fels knote alles ab, und seile zurück.

Über die Ostkante geht es noch schnell auf den Gipfel und wieder zurück ins Tal.


Auch wenn wir keine dieser Touren vollständig klettern konnten, so stellten sie durchaus ein Erlebnis dar und werden wohl noch länger in Erinnerung bleiben...

Samstag, 20. August 2011

Extremklassiker - Dachstein(Obere Windlucke)

Nachdem es im Internet zu besagter Tour faktisch nichts zu finden gibt dachte ich mir ist es wieder einmal an der Zeit einen Bericht zu verfassen.

Nachdem Roland schon lange mit mir eine Tour am Dachstein gehen wollte und wir dieses Jahr schließlich zumindest ein Wochenende fanden an dem wir Beide im Lande waren wollten wird die Gelegenheit nutzen und trotz nicht ganz optimaler Wettervorhersage den Extremklassiker zu gehen.

Nachdem es die Nacht doch noch recht kräftig geregnet hatte zeigte sich die Wand schon noch ein wenig von der nassen Seite.

Im Zustieg gabs auch nochmal einen nicht gerade motivationsförderlichen Regenschauer, der sich zum Glück aber auflöste kurz bevor wir am Einstieg angelangten.

Kurz zwischen Schnee und Fels und über die anschließenden Einstiegsschrofen geht es hoch bis in die große Nische wo die eigentliche Kletterei startet.

Der Fels präsentiert sich wie zu erwarten war von seiner nassen Seite lässt sich aber aufgrund seiner rauen Beschaffenheit dennoch recht gut klettern. Nachdem ich einen sicher 2m³ großen Block unfreiwillig aus der Wand befördert hab, und zum Glück mich selbst gerade nochmal nicht mit, finden wir uns auch schon bald unter der Schlüsselstelle ein.

Die Länge ist wirklich vom allerfeinsten. Die Querung durch die Wasserrille gestaltet sich aufgrund des Wasserstandes etwas diffizil, der folgende Piazriss lässt sich bestens absichern und bietet wunderschöne Kletterei im besten Dachsteinkalk.





Es folgen weitere Seillängen im schönen Fels und langsam werden auch die nassen Stellen immer weniger, was den Genussfaktor dann doch deutlich vergrößert.




Der leichte Mittelteil wird am laufenden Seil absolviert und darf auch kurz einmal zum pausieren genutzt werden. Zwischenzeitlich lässt sich nun sogar manchmal die Sonne blicken.
Die oberen Seillängen scheinen zum Teil kürzer als im Top zu sein und so nutzen wir die Gelegenheit um die Gesamtanzahl an Seillängen etwas zu reduzieren.




Im Panoramakamin gibt es noch eine kleine Dusche ehe man über zwei nochmals wirklich schöne Längen das leichtere Gelände erreicht und schon bald am Westgrat steht.




Da wir noch die Bahn erwischen wollen gibt es keine lange Pause...wir gehen über den Westgrat noch schnell auf den Gipfel und wählen die Schulter als Abstieg, um die Randkluft zu vermeiden.
Ich kann wohl behaupten, dass ich doch schon des öfteren am Dachstein war, aber so aper hab ich den Gletscher bestimmt noch nie erlebt.

Infos:
750hm, 6+, recht anhaltend 5 bis 6-
kaum fixes Material, 5-10 Schlaghaken und vereinzelte Sanduhrschlingen in der ganzen Tour
Je ein Satz Keile und Camelots von 0,4 bis 3; 0,75 und 1 doppelt reichten gut aus

Eine wirklich schöne Tour die einer klassischen Linie entlang von Rissen und Verschneidungen folgt.
Die Kletterei ist wohl nicht ganz so wild wie im Führer beschrieben und lässt sich entsprechend gut und ausreichend absichern, sollte aber dennoch nicht unterschätzt werden.

Mittwoch, 22. Juni 2011

On the Road

In letzter Zeit hat sich auf dem Blog nicht wirklich viel getan, was wohl daran liegen mag, dass ich doch ein recht dichtes Urlaubsprogramm hatte. Und zwischendurch sollte für die Uni auch noch das ein oder andre erledigt werden.
Daher gibts jetzt mal einen ganz kurzen Abriss über die letzten Unternehmungen

Begonnen hat das ganze mit Schitourengehen auf den Lyngen. Ein wirklich traumhaftes Gebiet, kaum Leute viel unverspurter Pulver. Kurzum ein wirklich toller Saisonabschluss.










Im Anschluss gings auch schon bald wieder mal nach Arco


Nachdem ich genug von den immer gleichen Projekten in den heimischen Klettergärten hatte, tat ein wenig Abwechslung gut - also gings mit dem Segelboot auf DWS- Erkundungstour durch Kroatien. Eine Menge genialer Spots wurden gefunden und die Woche war viel zu schnell vorbei.



Zwischendurch klappte endlich einmal die Kombination aus Kletterpartner, Verhältnissen und Wetter, sodass wir uns die Mayerlrampe gönnen konnten.










Nachdem über Pfingsten im gesamten Alpenkamm Schlechtwetter prognostiziert war ging es immer dem Schönwetter nach bis wir schlussendlich in Oltre Finale landeten. Ursprünglich als Zwischenstopp gedacht waren wir von dem Tal so begeistert, dass es dann doch etwas länger wurde.







Montag, 18. April 2011

Colodri - Zanzara

Es stand wieder einmal ein Kurzurlaub am Gardasee an. Zur Abwechslung gab es auch mal richtig schönes Wetter.
Um nicht nur in den kurzen Wänden herumzuhängen schlug ich Manni die Zanzara am Colodri vor, wovon er sich auch recht schnell begeistern ließ.

Nach einem gemütlichen Frühstück und einem 5 minütigen Zustieg vom Campingplatz steht man auch schon unter dem mächtigen Pfeiler der schon ein wenig überhängend herunterlacht.
Die körpereigenen Wasserreserven werden noch einmal richtig aufgefüllt, mehr als einen halben Liter will ich ob der doch recht anspruchsvollen Längen nicht am Gurt hängen haben, ehe es noch gemütlich zum ersten Stand geht.
Relativ leicht geht es bis zum orangen Wandteil wo einem gleich einmal klar wird was gespielt wird.


An zum Teil richtig kleinen Leisten und schlechten Tritten geht es schräg nach oben.
Die Länge stellt sich als gehöriger Kaltstart heraus und schiebt für eine 6b+ ganz schön an, 6c könnts meiner Meinung nach schon sein.




Schon hier muss man den Erstbegehern Respekt zollen, es braucht sicher schon einiges an Scheid um in eine solch pralle Wand hineinzuklettern.

Es folgen auch schon die Schlüssellängen. Die 7a+ Länge geht unten schon schön steil an und bietet athletische Züge an brauchbaren Leisten. Oben lässt sich Manni etwas von den Magnesiaspuren in die Irre leiten und bleibt etwas zu lange im Schrägriss, anstatt an Leisten nach links zu kletter was nach zwei Abflügen aber dann schon erkannt wird.


Ich sitze weiter unten einmal, da ich in das „gute“ Zweifingerloch nur einen meiner dicken Finger quetschen kann. Ansonsten läufts ganz gut und so kann ich mich ohne allzu große Probleme zum Stand hochkämpfen, wenngleich es bis oben schon kräftig pumpt und echt knapp am Abtropfen bin.

Die Quergangslänge geht recht gut an, man wird immer wieder mit einem großen Griff belohnt, ehe nach der Hälfte eine völlig glatte Stelle kommt. Ideenlos ziehe ich mich an einer Expresschlinge hinüber. Der Rest wartet noch mit dem ein oder andren Anreiber auf präsentiert sich dann aber schon wieder eine Spur durchschaubarer.






Noch eine 7a Länge die nach einer wilden Plattenstelle wieder in steilere Kletterei übergeht. Oben nehmen die Hakenabstände direkt proportional zur Griffgröße zu – wirklich schlimm wird’s aber nicht und das Sturzgelände wäre ohnehin recht angenehm.
Die nun folgende 6a Länge aufs Band ist noch mal richtig fordernd und würde von mir wohl leicht einen ganzen Buchstaben mehr verdienen. Sei es deswegen oder auf Grund meines Laktatüberschusses aus der vorhergehenden Länge, auf jeden Fall geh ich gleich zu Beginn knapp am Abflug vorbei und kämpfe mich ganz schön zum Stand rauf. Insgesamt war dies für mich die anstrengendste Länge der ganzen Tour :D.
Deshalb gibt’s am Band auch einmal ein paar Schokoriegel und ein paar Schluck Wasser. Etwas gestärkt gehe ich dann die paar leichten Meter zum nächsten Stand gleich vor, ehe man in den oberen Wandteil startet.

Oben komm ich aus dem Staunen nicht mehr heraus. Die Kletterei ist schöner wohl kaum mehr vorstellbar. Von Tropfloch zu Tropfloch geht es in technisch anspruchsvoller Kletterei höher.


Wirklich geschenkt ist kein einziger Meter, aber dennoch findet sich immer wieder ein Griff.
Die Hakenabstände sind hier auch etwas weiter, keineswegs gefährlich, aber schon so, dass man die Schwierigkeiten recht obligatorisch klettern muss.


Eine recht lange Länge mit ein paar gemeinen Stellen, die sich aber immer wieder ganz gut auflösen, folgt.


Teilweise ist schon Entschlusskraft gefordert um von den guten Griffen wegzuklettern. Der Weiterweg ist meist nicht ganz offensichtlich und so muss man sich bei der Richtungswahl ein wenig auf den Kletterinstinkt verlassen. Tatsächlich findet sich zum Glück dann schon noch immer ein verstecktes Leistchen.


Über eine athletische aber großgriffige Verschneidung geht es ins leichte Ausstiegsgelände und schließlich auf den Gipfel.
Der Abstieg erfolgt wieder einmal über den Klettersteig und so ist man schnell wieder unten.
Noch schnell den Rucksack abholen, das Tageswerk begutachten und auf zum Abendessen :).


Infos:
300hm, 14 SL
Maximal 7a+, recht anhaltend 6b/+ . Generell gibt es von unten bis oben eigentlich keine lockere Seillänge und es ist tatsächlich immer fordernde Kletterei. Ich denke so 6c wird obligatorisch wohl schon zum Klettern sein. Ein bisserl mehr schadet aber nicht, will man die Tour wirklich genießen und sich nicht von Haken zu Haken fürchten müssen.
12 Expressen sind ausreichend, die Tour ist durchwegs ausreichend mit Bohrhaken versichert.